Bryn Terfel erhielt den Shakespeare-Preis 2006
Entsprechend der Entscheidung des unabhängigen deutsch-britischen Kuratoriums des Shakespeare-Preises ging der mit 20.000 Euro dotierte Shakespeare-Preis 2006 an den walisischen Sänger Bryn Terfel.
Die Auszeichnung ehrt mit dem 1965 geborenen Bassbariton Bryn Terfel einen der profiliertesten Sänger unserer Zeit. Umfang und Kraft seiner Stimme sind mit einer erfrischenden Direktheit des Klanges und einer beeindruckenden Bühnenpräsenz gepaart: stimmliche und darstellerische Qualitäten vereinen sich zu einem unverwechselbaren Ganzen.
Bei allem Glanz von Terfels künstlerischer Arbeit ist – insbesondere durch die Rollenauswahl, die der Sänger für sich trifft – eine eigenwillige Persönlichkeit zu spüren, die sich dem Starrummel verweigert. Auch mit ihr schreibt Bryn Terfel Musikgeschichte.
Das mit dem Preis verbundene Studienstipendium geht an die Violinistin Chloe Hanslip.
Die Preisverleihung fand am 19. September 2006 im Hamburger Rathaus statt.
Zur Person
Bryn Terfel wurde 1965 im Norden von Wales geboren. Von 1984 bis 1989 studierte er an der Londoner Guildhall School of Music and Drama, zunächst bei Arthur Reckless und später bei Rudolf Pierney. 1988 erhielt Terfel ein Kathleen-Ferrier-Memorial-Stipendium und 1989 die Goldmedaille der Guildhall School of Music and Drama. Im selben Jahr schloss er sein Studium mit Auszeichnung ab und gewann als walisischer Vertreter bei der "Singers Of The World Competition" in Cardiff den Lieder Preis. 1991 gab Bryn Terfel sein Operndebüt als Guglielmo (Cosi fan tutte) und Figaro (Le nozze di Figaro) an der Welsh National Opera. Der internationale Durchbruch gelang Terfel 1992 als Jochanaan in der Oper Salome bei den Salzburger Festspielen unter Leitung von Christoph von Dohnányi.
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Rollen und Debüts in chronologischer Reihenfolge (Auswahl):
1990 Welsh National Opera: Debüt als Guglielmo (Così fan tutte) und Figaro(Le nozze di Figaro)
1991 English National Opera: Debüt als Figaro. CD-Einspielung als Jochanaan in Richard Strauß’ Salome unter Giuseppe Sinopoli (Deutsche Grammophon; Edison Award, Grand Prix de la Nouvelle Académie, Orphée d’or, Stella d’argento 1992)
1992 Internationaler Durchbruch bei den Salzburger Festspielen als Jochanaan in Salome.
1993 Umjubeltes Debüt an der Wiener Staatsoper als Figaro
1994 Metropolitan Opera: Debüt als Figaro.
1995 Leporello (Don Giovanni) an der Metrolpolitan Opera, Leporello und Figaro bei den Salzburger Festspielen. CD-Einspielung: An die Musik mit Liedern von Franz Schubert, begleitet von Malcolm Martineau (Gramophone Award 1995)
1997 La Scala: Debüt als Figaro. CD-Einspielung mit Arien von Händel unter Sir Charles Mackerras.
1998 CD-Einspielung als Leporello unter Abbado; als Mephistopheles in
Berlioz’ Damnation de Faust unter Myung-Whun Chung; Requiem von Fauré unter Myung-Whun Chung (Classical Brit Award 2000)
1999 Sydney Opera House: Debüt als Falstaff. Titelrolle in Händels Saul beim Edinburgh Festival
2000 Metropolitan Opera: Lindorf/Coppelius/Dr. Miracle/Dapertutto in Offenbachs Hoffmanns Erzählungen, außerdem Figaro. Start von Bryn Terfels Faenol Festival in Nordwales. CD-Einspielung mit Liedern von Robert Schumann
2001 Wiener Staatsoper: Don Giovanni. Tokio: Figaro. München: Figaro und Falstaff. Tournee mit Konzert- und Liedprogramm durch den Fernen Osten.
2002 Terfels Faenol Festival wird mit dem Welsh Tourism Award ausgezeichnet – als „Greatest Show in Wales – Event of the Year“. CD-Einspielung mit Wagner-Arien unter Abbado.
2003 DVD: Bryn Terfel live in concert. Album bei Deutsche Grammophon mit einem brteiten Spektrum an Liedern, Spirituals, Arien und Duetten (Classical Brit Award: Album of the Year)
2004 5. Classical Brit Awards: Bryn Terfel wird Artist of the Year. Chicago Lyric Opera: Don Giovanni. Covent Garden: Rollendebüt als Mephistopheles bei einer Neuproduktion von Gounods Faust.
2005 6. Classical Brit Awards: Artist of the Year. Covent Garden: Sensationelles Debüt als Wotan (Die Walküre) bei einer Neuproduktion von Wagners Der Ring des Nibelungen.
2006 Geplant sind u. a. Der fliegende Holländer am Wales Millenium Centre und eine Rückkehr nach Covent Garden als Scarpia in Tosca. Als DVD soll eine Produktion von Salome an der Metropolitan erscheinen.
