Alfred Toepfer Stiftung F.V.S |
10 Fragen | 10 FilmeGegenwartsfragen beim Filmfest Hamburg Neben„Wo ist zu Hause?“, der Titelfrage dieses Heftes, hat die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. in ihrem experimentellen Programmbereich zehn Gegenwartsfragen von gesellschaftlicher, künstlerischer oder wissenschaftlicher Bedeutung formuliert:
Wie funktioniert Bildung? Was macht Mut? Wie entstehen Ideen? Was ist wichtig? Was ist gerecht? Was wirkt? Wo findet Erziehung statt? Wer bestimmt eigentlich? Wie verstehen wir uns? Wo ist zu Hause?
Beim 19. Filmfest Hamburg werden diese Fragen aufgegriffen und filmisch reflektiert. Vom 29. September bis 8. Oktober 2011 laufen sie durch das gesamte Festivalprogramm – unabhängig von Nationalität, Genre oder Sektion. Im Film und im anschließenden Gespräch mit den Filmemachern wird jeden Festivaltag eine Frage aufgeworfen. In „Paris paradise“ stellt Éléonore Yaméogo beispielsweise die Frage „Wo ist zu Hause?“. Die Dokumentation startet mit vertrauten Bildern aus der französischen Hauptstadt: Akkordeonmusik und Straßenkunst, sprudelnde Brunnen und hell erleuchtete Ladengeschäfte. Es ist das Paris der Place de la Bastille und von Montmartre. Selbst die fliegenden afrikanischstämmigen Händler, die geröstete Maiskolben und Schmuck feilbieten, sind inzwischen fester Bestandteil des Stadtbildes. Doch wie leben solche Immigranten wirklich? Was ist aus ihren Träumen geworden? Die Regisseurin Éléonore Yaméogo hat in Paris und in ihrer Heimat Burkina Faso gefilmt. Sie porträtiert starke Menschen, die ihrem nicht immer einfachen Leben die Stirn bieten. Paradies? Das ist meist nur noch ein Begriff der Daheimgebliebenen. Zu sehen ist „Paris paradise“ am 5. Oktober 2011 um 20 Uhr im Kino 3001 und am 8. Oktober 2011 um 17 Uhr im B-Movie.
Ein kurzes Interview zur Gegenwartsfrage mit den jeweiligen Filmmachern wird während des Filmfest Hamburg auf der Homepage der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. (www.toepfer-fvs.de) sowie auf der Seite des Filmfest Hamburg (www.filmfest-hamburg.de) zu sehen sein. Das Filmfest Hamburg findet in den Kinos CinemaxX Dammtor, Metropolis c/o Savoy, Passage, Abaton, 3001 und B-Movie statt. Vorverkauf ab dem 15.09. in allen Festivalkinos (außer CinemaxX Dammtor) und am Ticketcounter in der Einkaufspassage Levantehaus, Mönckebergstr. 7, Tel. (040) 32 52 74 29 (Montag bis Freitag 12 bis 20 Uhr, Samstag 10 bis 18 Uhr, Sonntag geschlossen). mr
Stranded on SiggenKünstlerresidenz KOMPLEX
Vom 23. Mai bis 14. Juni war der belgische Künstler Wannes Goetschalckx im Rahmen der Künstlerresidenz KOMPLEX in Siggen zu Gast. Jedes Jahr lädt die Stiftung einen Künstler oder eine Künstlergruppe nach Siggen ein, um dort an aktuellen Projekten zu arbeiten und begleitend ein temporäres ortsspezifisches Kunstwerk in der Scheune zu schaffen. Dieses ist am Ende der Residenz einige Tage für Besucher zugänglich. Dabei muss es sich nicht zwingend um ein fertiges Werk handeln, sondern die Künstler können in der Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, den gegebenen Raum mit den Mitteln ihrer Wahl gestalten und transformieren. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Website www.komplex.cc. Hier können die Künstler, die gerade in Siggen residieren oder schon dort waren, bloggen sowie Fotos, Texte, Gedichte etc. einstellen, so dass auch virtuell ein KOMPLEX entsteht: ein Netzwerk aus Dokumentationen und Bezügen zu den mit dem Arbeitsprozess verbundenen Ideen. Alle früheren Residenzkünstler können Künstler für das kommende Jahr vorschlagen, die jedoch möglichst aus einem anderen Land kommen sollten. Im Juni 2009 startete das Projekt mit den beiden isländischen Künstlern Elin Hansdóttir und Darri Lorenzen. 2010 war die deutsche Künstlerin Sinta Werner zu Gast in Siggen und in diesem Jahr hatten sich die drei Künstler für den Belgier Wannes Goetschalckx entschieden. Der Titel seiner Installation „Stranded on Siggen“ spielt nicht nur auf Einsamkeit und Stille an, die der Künstler in Siggen sehr genossen hat, sondern auch auf das Scheunendach, das – in Gedanken auf den Kopf gestellt – der Form eines Schiffsrumpfes entspricht. Von diesem Bild des Schiffes ausgehend entwickelte er sein ganz eigenes Konzept der Arche Noah. Vom Dach der Scheune ließ er an verschieden langen Schnüren verkorkte Flaschen mit Plastik-Tierfiguren hängen. In jeder Flasche befand sich jeweils ein Paar einer Tiergattung, Diese eigenwillige Interpretation der „Flaschenpost“ für zukünftige Generationen war nicht nur thematisch, sondern auch visuell sehr reizvoll, da der gesamte Raum, insbesondere die eindrucksvolle Höhe der Scheune einbezogen war und die Blicke auf die besondere Raumarchitektur gelenkt wurden. Ergänzt wurde die Ausstellung durch einen vom Künstler in Siggen selbst gedrehten Film über die „Rettung“ der Plastik-Tierfiguren. Der Film war in Endlosschleife auf einem auf dem Boden installierten Monitor zu sehen. ug
Fotos von der Ausstellung und Informationen über den Künstler unter: www.komplex.cc
Berufen zur guten Lehre?Ein Beispiel für Rekrutierung und Personalentwicklung an der Universität. Unternehmen vertrauen auf die Bewerber-Auswahl im Assessment-Center, doch wie wählen Universitäten ihre Professorinnen und Professoren aus? Was zählt die Lehre neben der Forschung und wie kann beides möglichst gleichwertig in die Stellenbesetzung einer neuen Professur eingehen? Erst einmal neu berufen, was dann - Wie werden neuberufene Professoren in ihrer Entwicklung professionell begleitet?
Mit dem Projekt „Lehrqualität berufen und fördern“ unterstützen die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. und die Hamburgische wissenschaftliche Stiftung mit 50.000 Euro ein Vorhaben der Universität Hamburg, in ihren Berufungsverfahren die Lehrkompetenz stärker zu berücksichtigen und den Neuberufenen eine Begleitung zur Seite zu stellen. Für die Forschung gelten exzellente Publikationen und Forschungsprojekte als Nachweis, aber wie lässt sich Lehrkompetenz solide einschätzen? Mit dem Projekt wird ein mehrgliedriges Verfahren erprobt, das nicht nur die Selbstauskunft der Bewerber einbezieht, sondern auch das Urteil erfahrener Didaktiker und – ein Novum – die Begutachtung von Studierenden selbst berücksichtigt. Neben der schon üblichen Dokumentation von Lehre, dem Nachweis didaktischer Fortbildungen, dem Lehrkonzept, einem Fachvortrag oder Probeveranstaltung sowie dem komplexen Lehrportfolio sollen zwei neue Aspekte zum Garant für die passende Auswahl von Lehrenden sein: Erstens wird ein zusätzliches Lehrgutachten von einem Fach- und Hochschuldidaktiker eingeholt. Zweitens werden Studierende zunächst geschult und dann an die Heimathochschule des Bewerbers entsendet, um in den Lehrveranstaltungen zu hospitieren und ein Bericht zu verfassen, der Auskunft über die Lehre aus Studierenden-Perspektive gibt. Auf Basis dieser komplexen Auswahl als Professor/in berufen, erhalten die Neuberufenen dann einen Coach an ihre Seite, der den Prozess der Weiterentwicklung als Lehrende und Forschende an der Hochschule individuell begleitet. Zunächst in einer Pilotphase eines Jahres umgesetzt, hat das Programm das Potential als gutes Beispiel neue Standards zu setzen, um Lehrqualität zu berufen und zu fördern. am
Kontakt Uni Hamburg: Dr. Marianne Merkt
Von Hamburg in die Heideoder: Vom Acker auf den Teller Was steckt alles in Marmelade? Wie schmeckt frisch gebackenes Brot? Und was ist eine Trockenmauer? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es auf dem Bauernhof Wilsede. Schulklassen bekommen hier einen Einblick in die Landschaftspflege, Nahrungsmittelerzeugung und Entstehung der Kulturlandschaft Lüneburger Heide. In Kleingruppen von fünf bis sechs Kindern machen Hamburger Schüler auf dem Bauernhof Wilsede Bekanntschaft mit Plaggen, Entkrusseln, Stallarbeit, Backen, Pressen und dergleichen Tätigkeiten. Ziel der Arbeitsgruppen ist es, ein fertiges Produkt beziehungsweise einen positiven Arbeitsabschluss zu erreichen. Die Kinder helfen auf dem Acker bei der Bestellung, Pflege und Ernte von Kulturen, die meist anschließend auf den eigenen Tisch kommen. So wird beispielsweise aus Getreidegarben von Hand Getreide, das dann gemahlen, verbacken und gemeinsam mit der ganzen Gruppe gegessen wird. Die Arbeitsgruppen mit den Schwerpunkten Landschaftspflege, Landwirtschaft und Hauswirtschaft bieten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, in weitgehend unbekannte, praktische Arbeitsabläufe herein zu schnuppern und mit eigener Kraft Produkte zu erzeugen. Dass dem Essen – manchen nur bekannt als Fertigprodukt im Supermarkt – ein langer Produktionsweg vorhergeht und dass ein Brot vom Bäcker mal in Form von langen Getreidehalmen auf riesigen Feldern in der Landschaft stand, sind gerade für Kinder aus der Stadt oft neue und spannende Erkenntnisse. Auch Kinder, die sich sonst in fremder Umgebung schwer tun, profitieren von den neuen Erlebnissen und können durch den Umgang mit Tieren, insbesondere Pferden, ein stärkeres Einfühlungsvermögen erlangen. Zurzeit vergibt die Stiftung jährlich zwei Stipendien für Gruppenaufenthalte, für die sich Klassen der Stufen drei bis sechs bewerben können. sob
Der Schulbauernhof Wilsede ist ein Projekt des VNP mit der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.. Der private Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) wurde vor über 100 Jahren als einer der ältesten Naturschutzvereine Deutschlands in München gegründet. Der VNP und seine 2002 gegründete Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide sorgen seitdem für die Pflege, den Schutz und den Erhalt des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide und des österreichischen Nationalparks Hohe Tauern.
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