2005 Ablehnung des Hansischen Goethe-Preises durch Ariane Mnouchkine

Mit großem Bedauern hatte die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. am 18. April 2005 der Tagespresse die Entscheidung der Theaterleiterin Ariane Mnouchkine entnehmen müssen, den ihr zuerkannten Hansischen Goethe-Preis 2005 nicht anzunehmen.
Dieser Entscheidung wurde selbstverständlich mit Respekt begegnet, auch wenn sie in Form und Inhalt nach der vorherigen, schriftlichen Annahme durch Frau Mnouchkine für die Stiftung überraschend war. Das Bedauern war umso größer, als sich die Stiftung in den vergangenen Jahren um große Offenheit in der Aufarbeitung der historischen Rolle ihres Stifters bemüht hatte. Die Theaterleiterin hatte gegenüber der Presse ihre Entscheidung damit begründet, dass sie von dritter Seite „auf die NS-Vergangenheit Alfred Toepfers aufmerksam gemacht“ worden sei. Der Historiker Prof. Hans Mommsen, der der seinerzeit von der Stiftung einberufenen Historikerkommission angehört hatte, bezeichnete diesen Vorwurf in einem Interview, das der Deutschlandfunk am 18. April 2005 ausstrahlte, als  „sehr bedauerlichen Rückfall auf die Ausgangslage von 1996“. Es sei durchaus nicht strittig, dass Alfred Toepfer während der NS-Zeit auch Beziehungen zur NSDAP gehabt hat – aber ihn als engagierten Nationalsozialisten zu bezeichnen sei irreführend, und ältere Darstellungen einiger Historiker, die solches behaupten, seien eindeutig widerlegt.