Werner-Stephan-Oberschule

Das Konzept der Werner-Stephan-Oberschule in Berlin ist seit Jahren auf vielfältige Weise an der Vermittlung von Werten ausgerichtet. Sie trägt den Titel „Schule ohne Rassismus“ und bietet unter anderem ein umfassendes Streitschlichterprogramm an, das von den Schülern aktiv wahrgenommen wird. Darüber hinaus geben sich die Schüler jedes Jahr ein neues Schulversprechen – und das bereits seit zwölf Jahren.
Gemeinsam entwickeln die Schüler in einem mehrstufigen Beratungs- und Abstimmungsprozess Regeln für das Verhalten an ihrer Schule. Ein eigener Schülerrat von zehn Vertrauensschülern wacht darüber, ob das Versprechen eingehalten wird. Und tatsächlich haben diese Leitlinien die Atmosphäre an der Schule verbessert: das Eigentum anderer wird geachtet, jeder Schüler wird mit seinen Eigenarten respektiert und Waffen und Drogen bleiben der Schule fern.
Eine über Jahre gepflegte Patenschaft mit Überlebenden der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Lidice / Tschechien trägt die werteorientierte Grundhaltung der Schule über die Grenzen Deutschlands hinaus. Zu diesem völkerverständigenden Gedanken trägt auch eine von Schülern betriebene Cafeteria bei, die sich für fairen Handel einsetzt.
Entscheidungen beruhen an der Werner-Stephan-Oberschule auf demokratischen Aushandlungsprozessen, die von Schülern, Lehrern und – das gilt es zu betonen – von den Eltern gemeinsam getroffen werden. Werte werden zu lebendigen und nachahmenswerten Erfahrungen.
Ihr differenziertes, vielschichtiges und lange währendes Engagement qualifiziert die Werner-Stephan-Oberschule als Preisträger im Wettbewerb Werteerziehung an Hauptschulen. Deshalb hat ihr die Jury zusammen mit der Ketteler-Schule in Rheda-Wiedenbrück den 3. Preis zuerkannt.